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Ob sie stadtbildprägend waren? Da mache ich ein Fragezeichen. Aber schulwegprägend waren sie ganz sicher: die Kaugummiautomaten. In Rot oder Blau. Mit drei oder vier Sichtfenstern. Immer befüllt mit sehr harten Kugelkaugummis und manchmal noch mit Plastikschmuck, Schlüsselanhängern oder Sammelbildchen. Meine Oma hatte mir als Kind eingeredet, dass die Kaugummis in diesen Automaten immer verschimmelt wären. Und dabei hatte meine Oma keinen einzigen Tag als Automatenaufstellerin oder -befüllerin gearbeitet noch eine Schulung dazu beim Gesundheitsamt besucht. Aber irgendwie war sie für mich glaubwürdig. Und so weiß ich, dass ich an Tausenden von diesen Automaten vorbeimarschiert bin, ohne auch nur ein einziges 10-Pfennig-Stück einzuwerfen.
Die großartige Rita Süßmuth hat einmal gesagt, sie habe viel Ablehnung erfahren, Fremdheit empfunden, aber auch Unterstützung erlebt. Und dann führte sie fort: „Man fühlt sich oft einsam. Und ich weiß, das gilt nicht nur für mich; das gilt für viele in der Politik. Trotzdem: Ich habe es nicht bereut, in die Politik gegangen zu sein. Wir können etwas verändern – nicht die Welt, aber die Köpfe und das Handeln.“ Sehr weit davon entfernt, mich auch nur annährend auf eine Stufe mit dieser herausragenden Politikerin stellen zu wollen, dachte ich die letzten Tage auch oft an diesen Satz.
Gestern Abend hatten wir die große jährliche Mitgliederversammlung von „Gegen Vergessen – für Demokratie“ in der Academie der schönsten Künste in Stuttgart. Dieser Initiative stehe ich ja als Landessprecher vor, und mir bedeuten sowohl der Verein als auch mein Ehrenamt viel. Weil wir gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie von neuen Rechtsradikalen – die aber auch als Teil ihrer Strategie die Vergangenheit vergessen machen wollen – gegenhalten. Ich sage „Demokratie braucht Erinnerung und Erinnerung braucht Demokratie“. Gestern hatten wir einen Fokus auf die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit früherer Abgeordneter und der Künstler*innen, die im Landtag ausgestellt werden, gelegt. Warum schreibe ich das hier in der Freitagspost?
Hockenheim. „Das Leben kommt von vorne“ – mit diesen Worten eröffnete Daniel Born, Landtagsabgeordneter aus Schwetzingen und ehemaliger Vizepräsident des Landtags von Baden-Württemberg, die achte Ausgabe seiner Veranstaltungsreihe Kurpfalz-Horizonte in der Café-Rösterei Bonafede. Ein voll besetztes Café, intensive Gespräche und viel persönliche Offenheit prägten den Abend, der sich ganz um Neuanfänge, gesellschaftliches Engagement und die Kraft des Handelns drehte. „Veränderung ist kein Ausnahmezustand, sondern Teil unseres Lebens – auch wenn sie uns manchmal Angst macht“, sagte Born. Er berichtete von eigenen Erfahrungen, schwierige Entscheidungen zu treffen, Umwege zu gehen und neue Wege zu wagen. Dabei verband er die persönlichen Geschichten der Gäste mit gesellschaftlichen Fragestellungen.
Gestern hat Bundeskanzler Merz in Davos etwas Bemerkenswertes gesagt. Er – der perfekt Englisch spricht – hat davor kurz abgesetzt und betont, dass er diesen einen Satz nun auf Deutsch sagen wird.
Ich finde, dadurch, dass er an dieser Stelle bewusst in der Sprache unseres Landes gesprochen hat, wurde dieser Moment von einem großen zu einem historischen Satz:
„Autokratien haben Untertanen. Demokratien haben Partner und Freunde.“
In einer Welt der „Breaking News“ wirken wir Europäer*innen oft wie aus der Zeit gefallen, mit unserer Sehnsucht nach Konferenzräumen, Abstimmungen, Diplomatie und Verträgen. Dabei sollten wir genau daraus Selbstbewusstsein schöpfen.
Am Mittwoch war es dann auch bei mir soweit: der Quitters Day. Also der Tag, an dem der Neujahrsvorsatz sich in Luft auflöst. Ich hatte zunächst einen Gesprächstermin, bei dem mir ein Schoko-Muffin angeboten wurde. Da war ich noch tapfer, lehnte ab und erzählte was über meine guten Vorsätze. Auf dem Rückweg musste ich tanken – ausgerechnet bei einer AGIP-Tankstelle. Und da ist es eben so, dass ich einfach nicht an deren Bienenstich-Taschen vorbeigehen kann. Mein guter Neujahrsvorsatz endete an der Tankstelle auf dem Parkplatz mit einem herzhaften Biss in die Bienenstich-Tasche und geschlossenen Augen aufgrund des Genusses.
Hockenheim. „Das Leben kommt von vorne“ – einen besseren Titel hätte Daniel Born, Wahlkreisabgeordneter aus Schwetzingen und ehemaliger Landtagsvizepräsidint, für seine Diskussionsrunde zum Jahresauftakt nicht wählen können. „Wir sagen so oft, dass Veränderungen zum Leben gehören. Aber es macht uns ja oft auch Sorgen, wenn wir Kapitel neu schreiben müssen. Das gilt für uns als Privatpersonen, aber auch als Institutionen oder als Gesellschaft. Ich bringe an dem Abend Menschen zusammen, die Veränderungen bewirken und so einen großen Schritt nach vorne gehen“, erklärt der Parlamentarier. Die Veranstaltung findet am Mittwoch 21. Januar 2026 um 18 Uhr in der Café-Rösterei bonafede in Hockenheim statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Es ist eiskalt draußen. Auch in der Weltpolitik weht ein eiskalter Wind. So hat das Jahr begonnen. Kein Demokrat kann dem Diktator von Caracas eine Träne hinterherweinen. Kein Demokrat kann den Angriff der USA auf Venezuela begrüßen. Es ist falsch, dass Bundeskanzler Merz schwurbelt. Politik heißt Dinge beim Wort zu nennen: Die USA haben Venezuela angegriffen. Es gab kein UN-Mandat, es gab keinen Angriff von Venezuela auf die USA. Damit haben die Vereinigten Staaten das Völkerrecht gebrochen.
Das neue Jahr ist schon einen Tag alt, Rauch und Böller haben sich verzogen und so liegt es friedlich und unbeschrieben vor uns. Markus und ich aber auch mein Team im Wahlkreisbüro wünschen Ihnen und Dir von Herzen ein gutes, glückliches und gesundes 2026.
Und es freut mich gleich für den Januar eine Einladung aussprechen zu dürfen, die so großartig zu diesem neuen Jahr passt: „Das Leben kommt von vorn.“ Unter dieser Überschrift findet der nächste Kurpfalz Horizont am Mittwoch, 21. Januar um 19 Uhr in der Kaffeebar der Rösterei Bonafede in Hockenheim statt.
Heute am 2. Weihnachtsfeiertag mache ich Hackbraten. Mir ging es gestern und vorgestern gut, denn ich wurde bekocht. Aber jetzt bin ich dran.
Der Hackbraten hat ja in diesem Jahr ein eher schlechtes Image bekommen. Einmal wurde er immer wieder missbraucht, um gegen die angebliche Dominanz des woken Lebensstils zu wettern („Lieber Hackbraten als Spinat-Smoothie“). Da ja rechte Medien mich Mitte des Jahres als Beispiel für „die Endmoräne woken und progressiven Lebens“ (Quelle: Nius) beschimpft haben, könnte es eine Meldung sein, dass ich Hackbraten mag und mache.
Und dann hat es dem Image des Hackbratens natürlich geschadet, dass er das Lieblingsessen von Donald Trump ist. Wobei die Mar-a-Lago-Variante – ja, so heißt die wirklich – mit einer Kruste aus Ketchup und braunem Zucker nicht zu meinem Repertoire gehört.